Das Weltbild des Kindes
Unser Plakat stellt die verschiedenen Formen der Periode des voroperationalen in kleinen Beispielsituationen vor. Der kleine Junge und das kleine Mädchen äußern sich dazu aus eigener Sichtweise zu der jeweiligen Situation.
Egozentrismus: Der Ball eines spielenden Kindes rollt auf die befahrene Straße. Das Fahrzeug wird jedoch vom benachbarten Gebäude verdeckt, sodass das spielende Kind auf die Straße läuft.
Gegenüber befindet sich unser im Egozentristischen Stadium entwickeltes Kleinkind und bemerkt das herannahende Auto.
Es ist allerdings nicht in der Lage das andere Kind zu warnen, da es in dieser Phase seiner Entwicklung davon ausgeht, dass die eigene Perspektive auch die des spielenden Kindes ist und dieses schlussfolgernd das Auto ebenfalls sieht.
Realismus: Der Inhalt eines Traumes oder der Fantasie wird als real empfunden. So glaubt unser Kind im Beispiel, dass es tatsächlich verhext wurde.
Finalismus: Die Sonne ist zum wärmen da, d.h. dass Naturgegebenheiten zweckgebunden werden.
Anthropomorphismus: Bedeutet die Vermenschlichung seiner Umwelt. Zwei der wichtigsten Formen sind:
1. Animismus: Unser Kind stolpert und beschuldigt den Stein ihm die Schmerzen absichtlich zugefügt zu haben. Der Stein ist seiner Auffassung nach böse. Es beseelt somit ein lebloses Objekt und gibt diesen Absichten und Gefühle.
2. Artifizialismus: In diesem Beispiel greifen wir auf die eigenen Erfahrungen unserer Gruppe zurück. Ein Gruppenmitglied konnte sich noch gut daran erinnern, als ihm als Kind glaubhaft erzählt wurde, dass Markierungen an Bäumen nicht etwa durch Förster, sondern durch geheimnisvolle Waldbewohner namens „Glasmännchen“ verursacht werden. Dieser Glaube ließ sich auch nicht ohne weiteres widerlegen.
Deutlich an diesem Beispiel wird der Glaube an übernatürliche Wesen. Diese Phase beinhaltet allerdings auch, dass Naturgegebenheiten von Menschen oder anderen Wesen geschaffen werden.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen